Der Weg zum Expertenstatus – 5 wichtigste Learnings von Hermann Scherer

Topspeaker Hermann Scherer hat am vergangenen Samstag (21.09.2019) in der Medienhafenstadt Düsseldorf wieder einmal mit seiner Exzellenz, Dramaturgie und Selbstironie brilliert.

Bei seinem Vortrag zum Expertenstatus erzählt er mit „unethisch provokanten Wahrheiten“ (wie er selbst beschrieb) von seiner langjährigen Erfahrung, wie er als junger Mann mit 5 Mio. Euro Schulden zu einem der Topspeakers in Deutschland geworden ist und einen riesigen Umsatz generiert.

„Marken werden nicht verkauft, Marken werden gekauft.“ – Nach dem Motto “baue dich selbst als Marke auf, dann wirst du gebucht ohne zu verkaufen”, erklärt Hermann Scherer, welche Schritte notwendig sind, um dich als Experte und Marke zu positionieren.

Als Teilnehmerin seines Vortrags stelle ich euch nun die 5 wichtigsten Learnings von Hermann Scherer vor.

1. DIFFERENZIERUNG

Als allererstes müssen wir uns von anderen differenzieren.

Wofür stehst du als Mensch? Was für eine Persönlichkeit hast du?

Finde deine einmalige Persönlichkeit. Denn jeder Mensch hat mit seiner Persönlichkeit seine ganz individuelle Wirkung auf andere.

Bist du Berater, Coach, Speaker oder Trainer?

Schließlich unterscheiden sich Marktwert, Arbeitsansatz, Einsatzdauer, Ausbildung und Honorare, je nachdem, ob man Berater, Coach/Trainer oder Speaker ist, wie er mit folgenden Tabellen ganz gut sichtbar machte.

Diffenrezierungstabelle 2 Berater, Coach, Trainer und Speaker

Diffenrezierungstabelle 1 Berater, Coach, Trainer und Speaker

Auch folgende Punkte sind wichtig:

Non-USP

Entgegen klassische Marketingstrategie ist Hermann Scherer gegen die Definition eines USP. Es geht nicht darum, perfekt zu sein. Es reicht, gut zu sein – und dafür ist ein USP nicht notwendig.

Marken haben Macken

Webseite

Webseiten sind A und O für Selbstständige und Unternehmen.

80% der Webseiten seien seiner Meinung nach umsatzschädlich, weil Menschen sich selbst auf ihrer Webseite darüber definieren, wie sie sich „hochgearbeitet“ haben. Stattdessen sollte man sich mit dem präsentieren, wofür man steht.

Buch
Autor werden und eigene Bücher schreiben ist eine erprobte Strategie für die Vermarktung der eigenen Marke.

Während Berater Fachbücher und Coaches/Trainer Ratgeber herausgeben, veröffentlichen Redner Sachbücher. Aber Fachbücher sind keine einfache Kost. Ratgeber sind out.

Ein Sachbuch ist der Blick durch die Brille des Autors auf die Welt. Nicht mehr. Nicht weniger.“

Menschen stehen auf Sachbücher. Aber viele Sachbücher sind lösungsarm. Es ist wichtig, dass man nicht nur auf das Problem bewusst macht, sondern auch Lösungsansätze zum Beheben der Probleme liefert. Dann wären Sachbücher wirklich ein Erfolg!

2. HONORARE

Das Honorar ist ein sehr sensibles Thema für viele. Aber das sollte dennoch nicht vernachlässigt werden, denn mit dem richtigen Honorar kann man seinen Marktwert steigern und seine Marke positionieren.

Viele Selbstständige verkaufen sich häufig unter ihrem Wert. Ein niedriges Honorar zu verlangen ist oftmals ein Zeichen mangelnden Selbstvertrauens und -Glaubens. Daran sollte man definitiv arbeiten. Schließlich schaffst du die äußere Bühne nur über die innere Bühne!

Kompetenz vs. Inszenierung

Wissen 500€, Gänsehaut: 10.000€

„Wissen wird mit 500 €, Gänsehaut mit 10.000 € fakturiert“

Es gibt Menschen, die enorm viel Wissen mit sich bringen, aber im Vergleich zu den Menschen, die sich ins Szene setzen, dennoch ein sehr niedriges Honorar haben.

„Wir leben in einer rahmenbetonten Gesellschaft.“ Inszenierung ist wichtiger als der Inhalt, weshalb jeder Rahmen braucht, um sich zu positionieren.

Beispiel: Ein teures, exquisites Restaurant kann einen Koch mit derselben Ausbildung und die exakt gleichen Zutaten für ein Gericht verwenden, wie es in einem Imbiss der Fall wäre. Es kann sogar möglich sein, dass das Essen in einem Imbiss besser schmeckt als in dem exquisiten Restaurant. Dennoch unterscheiden sich die Preise enorm voneinander, weil der Rahmen bei beiden (Interior, Lage, Service etc. inszeniert/nicht inszeniert) ein ganz anderer ist.

3. INSZENIERUNG

Inszenierung ist entscheidend für den Aufbau der eigenen Marke.

Aber es gibt oft Menschen, die sich nicht trauen, sich selbst ins Szene zu setzen und zu zeigen. Und denken sogar (und sagen es schlimmstenfalls auch laut), dass sie noch nicht so weit sind, weil sie glauben noch nicht gut genug zu sein. Für Hermann Scherer liegt der Unterschied zwischen solche Menschen und denen, die sich ins Szene setzen, nicht im Können, sondern im Zeigen.

Seine Empfehlung: Den eigenen Zweifel wegnehmen und aufhören zu glauben, dass andere Menschen besser und talentierter sind.

Talent wird überbewertet und Persönlichkeit entsteht, wo der Vergleich aufhört.

„Die Wälder wären still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen.“ – Glaube an dich selbst und zeige dich!

4. POSITIONIERUNG

Für die Positionierung solltest du dich einfach nur fragen:

Was ist mein Traum?

Was will mein Herz?

Wenn du das herausgefunden hast, am besten aufschreiben. Das reicht vollkommen für den Anfang.

Banalitätskrise überwinden

Anschließend solltest du dich folgenden Fragen unterziehen. Ein einziges „Ja“ genügt, um sich sinnvoll zu positionieren:

  1. Ist das Thema am Kapitalstock?

oder

  1. Ist es Stadthallen-tauglich?

oder

  1. Hat es Streitpotenzial?

oder

  1. Ist es ein Online Kurs?

Das mag für manche Menschen sehr banal und unglaubwürdig erscheinen. Aber manchmal kann es wirklich so einfach sein!

5. UMSETZUNG

„What drives to action is action.“

Einfach mal machen ist der Schlüssel zu allem Erfolg.

Um andere Menschen zu erreichen, muss man auf der Oberfläche bleiben. Viel Öffentlichkeitsarbeit ist notwendig für Sichtbarkeit. Dafür muss man nur in die Umsetzung gehen.

Kostenorientierung vs. Umsatzorientierung

Bei der Maßnahmenplanung sollte man umsatzorientiert denken anstatt sich darum zu sorgen, wie viel Kosten man bereits verursacht hat. Mit Fleiß und Arbeit werden die Kosten wieder durch den mit Erfolg verbundenen Umsatz ausgeglichen.

Auch hier sollte man bei der Umsetzung nicht an sich zweifeln. Im Zweifelsfall kannst du alles, was du nicht kannst oder hast, trainieren oder kaufen. Hermann Scherer macht es nicht anders, gibt er selbst ganz offen zu. Dafür sind Berater und Dienstleister wie ich doch da.

FAZIT

Zweifellos ist Hermann Scherer ein Meister seines Fachs.

Mit klaren Botschaften und gekonnter Dramaturgie auf der Bühne hat er die Teilnehmer ganz schnell in seine Bahn gefesselt.

Zurecht. Er hat nicht nur tiefe Einblicke in seine Vorgehensweisen zum Expertenstatus gegeben, sondern auch immer wieder für Motivation, Inspiration und manchmal sogar für Provokation gesorgt.

Interessant war es auch zu sehen, dass viele klassischen Marketingstrategien seine Wirkung verloren haben. Es zählen nicht mehr die gängigen Marketingformeln, stattdessen ziehen Erfolgsbeispiele mit ausgewiesenen Ergebnissen von Experten. Dabei stehen die eigenen Methoden im Zentrum, mit denen sie erfolgreich waren.

Grundsätzlich lassen sich zwei Key-Learnings zusammenfassen:

  1. Selbstvertrauen

Vieles und somit auch für die Positionierung als Experte in deinem Bereich ist eine Sache des Mindsets. Hermann Scherer spricht von typischen Bedenken, Zweifeln und Glaubenssätzen, die einen an der Realisierung bestimmter Ideen hindern. Nur wer an sich glaubt und davon überzeugt ist, auch schwierige Situationen und Herausforderungen aus eigener Kraft erfolgreich bewältigen zu können, schafft den Sprung zum Expertenstatus und zum Erfolg in anderen Bereichen.

  1. Inszenierung

Nebst dem richtigen Mindset müssen wir uns auch darstellen, sprich in die Umsetzung kommen. Inszenierung der eigenen Person spielt eine wesentliche Rolle auf dem Weg zum Expertenstatus deiner Branche.

Hermann Scherer fordert von allen, sich möglichst groß und präsent darzustellen. Sei es online, im Fernsehen, in Zeitungen etc. oder in seinem Profil für ein Interview, Gastauftritt oder sonstigem.

An sich ist es nichts Neues. Aus soziologischer und medienwissenschaftlicher Perspektive spielen wir, laut Erving Goffmann (kanadischer Soziologe) alle „Theater“ im Alltag.

Alle Menschen versuchen prinzipiell, mittels Interaktion ein bestimmtes Bild von sich zu geben und sich selbst in einer bestimmten Rolle darzustellen. Im Kontext der Selbständigkeit, im Beruf und insbesondere innerhalb des Marketings erachte ich dieses Verhalten als besonders ausgeprägt, außerdem wird es sehr strategisch vorgegangen.

Und nun, liebe Berater, Trainer, Coaches, Selbständige, Dienstleister, Speaker und Experten oder solche, die es werden wollen?

Seid ihr bereit, euch selbst darzustellen? Welche Ideen fallen euch für euren Bereich zur Inszenierung ein?

Grafik Recording Hermann Scherers Vortrag

©Fotos: Hermann Scherer Veranstaltung Düsseldorf

Über die Autorin: Yun

Als Digital Marketing Beraterin und Dienstleisterin aus Berlin helfe ich ambitionierten Selbstständigen, Start-Ups und KMUs dabei, Marketing-Strategien zu entwickeln, mehr Webpräsenz zu erreichen und Kunden zu gewinnen. Meine Schwerpunkte sind: Strategieentwicklung, SEA, UX-Design und Social Media.

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