Ich freue mich heute ganz besonders auf unseren heutigen Interview-Gast, die Entrepreneurin Maxi-Marlen Fleischmann.

Maxi ist Geschäftsführerin einer sehr etablierten Bildungsinstitution für Erwachsene und Arbeitssuchende in Berlin. Mit gerade mal 31 Jahren ist Maxi bereits seit knapp 5 Jahren mit voller Leidenschaft und Verantwortung Geschäftsführerin der BTA (Business Trends Academy) in Berlin.

Maxi hat mit 26 die Geschäftsführung der BTA übernommen. Im Interview erzählt sie von ihrem Weg und der Übernahme des Familienunternehmens und wie sie zur erfolgreichen, authentischen und vor allem selbstbestimmten Geschäftsführerin von heute geworden ist.

Liebe Maxi, du bist heute Geschäftsführerin einer sehr gefragten Bildungsinstitution für Erwachsenen mit zwei Standorten in Berlin. Wie hat das alles für dich begonnen?

Schon recht früh als meine Mutter 2007 die BTA gegründet hat. Wir waren als Familie (vor allem mein Vater, meine Mutter und ich) gemeinsam am Aufbau der BTA beteiligt. Damals haben wir die Möbel aufgebaut, Tische gewischt, Elektrik verlegt, etc. Ich habe eigentlich immer mehr oder weniger bei der BTA mitgearbeitet neben meiner Schule, dann neben dem Studium und neben meinen ersten Jobs, bis ich dann schließlich Vollzeit in die BTA eingestiegen bin. Hier habe ich als Projektkoordinatorin im Team angefangen, bis ich dann zwei Jahre später in die Geschäftsführung übergegangen bin.

Wie war es für dich damals? Wie bist du damit umgegangen, also mit der Übernahme?

Meine Mutter und ich hatten uns von Anfang an auf beiden Seiten ein halbes Jahr „Probezeit“ eingeräumt, um zu schauen, ob wir miteinander im beruflichen Sinne auskommen.

Entgegen den schlimmsten Befürchtungen hat die Zusammenarbeit unserer Beziehung sehr gut getan und uns noch mehr zusammengeschweißt.

Der Übergang zur Geschäftsführung gestaltete sich dann sehr viel schwieriger. Quasi zur selben Zeit erkrankte mein Vater an Krebs und das hat unsere ganze Familie erschüttert. Privates und Berufliches kann man in einem Familienunternehmen ohnehin nur sehr schwer trennen, aber in solch einer Situation ist es unmöglich. Das waren drei extrem schwere Jahre.

Eine Einarbeitung gab es dadurch nicht und ich wollte meiner Familie den Rücken freihalten und habe daher nicht nach Hilfe gefragt.

Ich war völlig überfordert und war kurz davor, aufzugeben. Es hat bis nach dem Tod meines Vaters gedauert, bis ich verstanden habe, dass ich meinen eigenen Führungsstil finden muss und es mich auf lange Sicht krank machen würde, zu versuchen, so zu führen wie meine Mutter.

Mittlerweile bin ich an einem Punkt angekommen, wo ich mir keinen schöneren Beruf vorstellen könnte, und ich meine Rolle immer authentischer und selbstbestimmter lebe.

Was waren deine größten Herausforderungen in dieser Zeit?

Die Überforderung an allen Fronten.

Wir hatten zwei wirtschaftlich schlechte Jahre und ich habe mich dafür verantwortlich gemacht. Ich habe sehr viel an mir gezweifelt und mich sehr viel verbogen. Ich habe mir nicht erlaubt, fehlbar und verletzlich zu sein und dachte, ein „Chef“ darf keine Schwäche zeigen.

Welche Learnings hast du aus dieser Zeit für dich mitgenommen?

Wie wichtig es ist, sich selbst treu zu bleiben, und authentisch zu sein. Sich Fehler zu erlauben, daraus zu lernen und sich selbst bei Fehlern zu verzeihen.

Ich habe ein ganz anderes Verständnis von Fehlerkultur entwickelt und konzentriere mich mehr auf meine Stärken, als mir den Kopf darüber zu zerbrechen, was ich nicht gut kann.

Welches Verständnis hast du heute zur Fehlerkultur?

Ich finde, es gibt kaum etwas Wichtigeres als Fehler zu machen. Ich glaube ganz fest daran, dass Fehler passieren müssen, um schnell viel zu lernen und um seine Fähigkeiten des lösungsorientierten Handelns zu verbessern.

Ich tue mich schwer damit, geduldig zu sein, wenn Fehler mehrfach passieren.

Aber wenn der Fehler zum ersten Mal passiert, nehme ich das mit viel Ruhe, manchmal auch mit Humor und schließlich gehe ich der Sache mit einem scharfen Auge auf den Grund.

Ich glaube, dass eine schlechte Fehlerkultur nur dazu führt, dass Ideen nicht ausgesprochen werden, Dinge unter den Tisch oder noch schlimmer, anderen zugeschoben werden und das somit zu viel größeren Problemen führt.

Welche Auswirkungen gab es, nachdem du deinen eigenen Führungsstil gefunden hast?

Es war definitiv eine Umstellung, die nicht für alle bestehenden Mitarbeiter die Beste war.

90% der Belegschaft sind geblieben und darüber bin ich sehr froh. Ich habe unglaubliches Glück mit meinem Team. Mit ihrer Geduld und Zuversicht. Sie haben mir von Anfang an den Einstieg sehr leicht gemacht.

Viele Dinge laufen nun „lockerer“. Ich schenke viel Vertrauen und Freiheit und möchte, dass jeder selbst überlegt, was das Beste für das Unternehmen ist, und welche Lösung die sinnvollste ist. Jeder ist quasi Führungskraft seines/ihres Bereiches.

Ich sehe mich dabei eher als Sicherheitsnetz anstatt Entscheider für alles. Ich glaube meine Aufgabe ist es, ein gutes Arbeitsumfeld und somit gute Bedingungen für erfolgreiche Arbeit zu schaffen.

Ich möchte ein glückliches Team schaffen und dass wir zusammen an etwas glauben können.

Ich bin sehr emotions- bzw. sinngetrieben und kann mich sehr dafür begeistern, mit dem Team über unsere Werte und Visionen zu diskutieren. Ich glaube das schweißt zusammen und macht uns stark. Dabei baue ich sehr stark auf die Werte auf, die meine Mutter eingebracht hat, als sie die BTA gründete. Dazu gehören Herzlichkeit, Hilfsbereitschaft, Offenheit, Kreativität, Praxisnähe, etc.

Wir haben zu dem Thema mal einen gemeinsamen Werteworkshop gemacht und somit die Werte im Team zusammen erarbeitet und benannt.

Was die Kursangebote angeht, hat BTA in den letzten Jahren sich ebenfalls weiterentwickelt. Eure Ansätze sind sehr innovativ. Es werden außerdem sehr zukunftsweisende und technikorientierte Kurse angeboten. Darunter auch in den Bereichen Online Marketing, Social Media, Data Sciences etc.

Siehst du hier also die Notwendigkeit? Und nutzt du Online Marketing auch für euch selbst im Unternehmen?

Ich sehe vor allem die Notwendigkeit in den neuen Technologien. Also Programmiersprachen, Internet of Things, Data Science, etc. Das sind für uns neue Themen, die wir nicht verpassen wollen.

Besonders in den heutigen Zeiten, bietet der Arbeitsmarkt fast unendliche Chancen an Themen-Kombinationen.

Der rote Faden im Lebenslauf ist fünf Meter länger geworden. Erfahrungen in den verschiedenen Bereichen sind heutzutage für viele Arbeitgeber spannender denn je. Und hier sehen wir unsere Stärke: Programmiersprachen mit Coaching Kompetenzen und Projektmanagement Skills zu kombinieren.

Was das Thema Online Marketing im BTA intern betrifft, so behandeln wir dies recht stiefmütterlich. Unsere Kunden finden uns meist über die Datenbank der Agentur für Arbeit oder kommen aufgrund von Empfehlungen zu uns und daher sehe ich unseren Nutzen – zumindest momentan – darin, weiterhin in unsere Kundenzufriedenheit zu investieren und dies als unser Marketingtool zu nutzen.

Ich würde die BTA gern als Marke noch bekannter machen und weiß, dass wir nicht um gutes Social Media Marketing bzw. Online Marketing herum kommen, um dies zu erreichen. Wir arbeiten dran…

Ansonsten versuchen wir natürlich so gut wie möglich gesehen und gefunden zu werden. Daher konzentrieren wir uns auch auf die Suchmaschinenoptimierung und arbeiten mit GoogleAds.

Welche konkreten Ziele und Wünsche hast du für 2020?

Wir sind in 2019 mit einer zusätzlichen Etage am Standort in Wilmersdorf und 10 weiteren Kursen gewachsen. Unsere neue Größe soll in 2020 auf festen und sicheren Füßen stehen, bevor wir weitere Sprünge machen. Unser Kerngeschäft bietet so viel Potential in anderen Bereichen und in 2020 möchte ich mir diese Bereiche genauer angucken und vielleicht dann auch dort hineinwachsen. Weiterhin möchte ich unseren Bekanntheitsgrad vergrößern, wo wir wieder zum Stichwort Social Media und Online Marketing zurückkommen.

Jetzt gibt es noch den Moment eines persönlichen Statements. Was möchtest du den neuen Kollegen für ihr Business/Unternehmen mit auf den Weg geben?

Ich finde es wichtig, dass sich in Deutschland mehr getraut wird. Scheitern darf nicht so negativ besetzt werden, sondern soll nur eine Momentaufnahme und vor allem ein Lernschritt hin zum nächsten Mal „sich trauen“ ist.

Ich glaube, dass man viel Geduld und Biss braucht, um erfolgreich zu sein, und das gelingt am besten, wenn man an eine Sache glaubt und Leidenschaft für das Thema mitbringt.

Aus Erfahrung heraus weiß ich, wie wichtig es ist, sich zu fokussieren. Besonders wenn man Begeisterung für ein Thema mitbringt, gibt es häufig tausende Ideen. Ganz wichtig ist es mit einer konkreten Idee, Zielgruppe, Produkt, etc. zu beginnen.

Vielen Dank liebe Maxi für das wundervolle Interview. Deine Entwicklung und Erkenntnisse sind wirklich inspirierend! Ich bin mir ganz sicher, dass du viele Gründer und Unternehmer, aber vor allem auch Führungskräfte damit inspirieren und motivieren wirst, weiter ihren Weg zu verfolgen bzw. an ihren Führungsstil zu arbeiten. Mit viel Geduld, Biss und Ausdauer!

Wer sich also weiterbilden und seine Kompetenzen als Unternehmer und Führungskraft in Berlin ausbauen möchte, sollte sich unbedingt die vielfältigen Kursangebote auf der Webseite der BTA (Business Trends Academy) anschauen und informieren.